Shaolin Kung Fu (Gong Fu)

Shaolin Kung Fu (Gong Fu)

Shaolin Kung Fu ist ein äußerst umfangreiches, gut gegliedertes wie komplexes Kampfkunst-System. Ein essentieller Teil des Shaolintraining sind die sog. Formen (Taolu). Damit sind Bewegungsabläufe bezeichnet, die einem Kampf gegen einen unsichtbaren Feind gleichen. Die einzelnen Bewegungen wurden auf der Basis medizinischen Wissens, den inhärenten Gesetzen des menschlichen Körpers entworfen und empirisch perfektioniert über Jahrhunderte im Hinblick auf die vollständige Entfaltung (latenter) körperlicher, mentaler und spiritueller Potenziale.

Dabei ist Shaolin Kung Fu viel mehr als nur ein effizientes wie effektives System der Selbstverteidigung, es ist, wenn auch der Augenmerk zunächst mehr auf die äußere Kraft gelegt wird, Bewegungsmeditation par excellence und repräsentiert die ‘Einheit von Chan und Kampfkunst’. Es verschmelzen scheinbare Gegensätze zu einer Einheit, die Bewegung und das Bewegungslose, das Heilige und das Weltliche, das Traditionelle und das Innovative. Zudem steht nicht ein äußerer Feind im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, sondern die Selbstkultivierung – die Auseinandersetzung mit sich selbst: der wahre Kämpfer, die wahre Kämpferin hat ein friedvolles Herz, ist voller Mitgefühl und Respekt gegenüber allen Lebens. Selbstbeherrschung, Gelassenheit und Bescheidenheit sind hervorstechende Eigenschaften, um nur einige der Kampfkunsttugenden (Wu De) zu nennen.

Erst wenn jede Bewegung mit innerer Ruhe und Gelassenheit ausgeführt wird, entwickelt diese sich harmonisch und in ihrer vollen Kraft. Durch regelmäßiges Shaolin-Kung-Fu-Training werden Yin (Ruhe, Nicht-Aktion) und Yang (Bewegung, Aktion) in Einklang gebracht, die Fünf Elemente harmonisiert, die Immunabwehr gestärkt, sowie der Qi-Fluss aktiviert und reguliert, Kondition und Kraft verbessert sich, Beweglichkeit und Körperbeherrschung entfalten sich, genauso wie Achtsamkeit und geistige Klarheit (Weisheit).

Shaolin Lian Huan Quan

Die Shaolin ‘Kettenfaust’ ist eine traditionelle Grundlagenform, die im Tempel zur Grundausbildung gehört. Entsprechend sind elementare Positionen zu einem kontinuierlichen Bewegungsablauf choreographiert: es fügt sich eine Vielzahl von Bewegungen mit unterschiedlichen Hand- und Fußtechniken wie Glieder (Huan) einer Kette (Lian) aneinander und ergeben eine hochentwickelte Methode für Angriff und Verteidigung.